Fachtagung am 19. Oktober 2016
Kinderernährung in Bewegung - Herausforderungen und Chancen

Kind auf Leiter hält Apfel in der Hand

© famveldman - fotolia.com

Die Fachtagung am Mittwoch, 19. Oktober 2016, im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth beleuchtet den Wandel in der Lebenswelt von Kindern. Erzieherinnen, Erzieher, Tagespflegepersonen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Bereiche Ernährung, Bewegung und Gesundheit erhalten neue Erkenntnisse, Anregungen und Entscheidungshilfen.

In Fachvorträgen und Foren beantworten Referenten aktuelle Fragen: Wie löst man das Problem "kindliches Übergewicht"? Wie funktioniert Gesundheitsförderung von Kindern mit Migrationshintergrund? Wie werden Eltern und ihre Kinder zu mehr Bewegung im Alltag motiviert? Wie sinnvoll sind Kinderlebensmittel mit der Angabe "frei von" oder "ergänzt mit"? Wie gelingt Ernährungserziehung? Selbstverständlich bleibt auch Zeit, die Inhalte zu diskutieren.

Programm

ab 8:45 Uhr
Eintreffen und Austausch bei Kaffee und Finger Food
9:30 Uhr - Eröffnung und Grußworte
Dr. Ernst Heidrich, Behördenleiter, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth
Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
9:50 Uhr - Aktuelles aus dem Fachzentrum Ernährung/ Gemeinschaftsverpflegung Oberfranken
Dr. Katrin Müller, Projektmanagerin Ernährungsbildung
10:00 Uhr - Kindergesundheit im Fokus: Mythen, Wirklichkeit und Motivation
Bettina Walentzak, Master Public Health, Bayerisches Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung, München
11:00 Uhr Pause
11:10 - Gemeinsam in Bewegung – Anregungen für den Alltag
11:15 Uhr - Risikofaktor Migrationshintergrund – Einfluss auf Kinderernährung und -bewegung?
Dr. Ayse Cicek, Gesundheits- und Pflegewissenschaftlerin, München
12:15 Uhr
Mittagspause, Zeit zum Netzwerken
13:30 Uhr- Foren
1. Durchgang
14:30 Uhr
Kaffeepause und Forenwechsel
15:00 Uhr - Foren
2. Durchgang
16:00 Uhr
Ende der Veranstaltung
Moderation: Isabel Lück, Projektmanagerin Ernährungsbildung

Foren

Sie können an zwei der vier Foren teilnehmen.
Bitte geben Sie Ihren Wunsch bei der Anmeldung mit an.
Forum 1 - Gesundheitsförderung im Kita-Alltag
Ausgehend von eigenen Erfahrungen und Beispielen aus der Praxis erarbeiten die Workshop-Teilnehmer, welche Rahmenbedingungen und persönlichen Haltungen förderlich und notwendig sind, um Programme zur Gesundheitsförderung in der Kita umzusetzen.
Joachim Feichtl, Referent Kinder- und Jugendhilfe (AWO), München
Forum 2 - Kindermilch & Quetschbeutel - ein Marktüberblick
Viele Lebensmittel für Babys und Kleinkinder sind "ergänzt mit", "frei von" oder suggerieren Eltern auf andere Weise gesundheitlichen Mehrwert. Multiplikatoren brauchen Kenntnisse der aktuellen Sortimente. Ein Querschnitt wird vorgestellt und gemeinsam bewertet.
Sonja Osiander, Dipl.Oecotrophologin, Pleinfeld
Forum 3 - Gemeinsam für ein bewegtes (Kinder-)Leben!
Körperliche Aktivität ist wichtig für eine gesunde Entwicklung. Die Teilnehmer erarbeiten anhand praktischer Beispiele, wie sie Eltern und Kinder motivieren und anleiten können, ihr Bewegungsverhalten zu verändern. Kulturelle Besonderheiten fließen mit ein.
Dr. Robert Jaeschke, Sportwissenschaftler, Rehaklinik für Kinder und Jugendliche, Fachkliniken Wangen
Forum 4 - Wie Kinder essen lernen
Wie kann man Kinder auf dem Weg zu einem gesunden Essverhalten unterstützen? Das Forum vermittelt einen Einblick in die Essentwicklung, lässt die Teilnehmer durch die „Brille“ der Kinder schauen und vermittelt praktische Ansätze zur frühkindlichen Ernährungsbildung.
Stephanie Fromme, Dipl.Oecotrophologin, Eltville

Anmeldung

Die Anmeldung ist bis zum 7. Oktober 2016 per Fax, Post oder E-Mail möglich. Bitte verwenden Sie das unten eingefügte Anmeldeformular. Für die Teilnehmer fällt eine Tagungspauschale von 25,00 € an. Darin enthalten sind Tagungsunterlagen, Mittagessen, Pausenimbiss und Tagungsgetränke. Nach Eingang der Anmeldung erhalten Sie eine Rechnung von uns.

Bitte beachten Sie:

  • Es wird keine Anmeldebestätigung versandt.
  • Sie werden umgehend benachrichtigt, falls die Veranstaltung zum Zeitpunkt Ihrer Anmeldung bereits ausgebucht sein sollte.
  • Eine Rückerstattung bei Nicht-Teilnahme sowie eine Barzahlung am Veranstaltungstag ist leider nicht möglich.
  • Während der Veranstaltung werden Bildaufnahmen gemacht. Mit Ihrer Anmeldung erklären Sie sich mit der Veröffentlichung einverstanden.

Kontakt

Isabel Lück
AELF Bayreuth
Adolf-Wächter-Straße 10 - 12
95447 Bayreuth
Telefon: +49 921 591-344
Fax: 0921 591-111
E-Mail: poststelle@aelf-by.bayern.de
Dr. Katrin Müller
AELF Bayreuth
Adolf-Wächter-Straße 10 - 12
95447 Bayreuth
Telefon: +49 921 591-313
Fax: 0921 591-111
E-Mail: poststelle@aelf-by.bayern.de

Rückblick

Fachtagung 2015
Kinderernährung bewegt – Trends unter der Lupe

Die Fachtagung im Oktober 2015 in Bayreuth gab Klarheit im "Dschungel der Empfehlungen" sowie alltagstaugliche Anregungen und Entscheidungshilfen. Die Referenten nahmen Trends wie vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern unter die Lupe und vermittelten Erkenntnisse zum Thema Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien. Auch ein Blick auf Empfehlungen der Bewegungsförderung im Kinder- und Familienalltag fehlte nicht. 

Informationen zur Fachtagung 2015

Vortrag

Dr. Annett Hilbig

Kinderernährung vegetarisch oder vegan – ist das sinnvoll?
Obwohl für Kinder derzeit keine aktuellen Daten zum Vegetarismus vorliegen, vermutet man in diesen Altersgruppen einen steigenden Trend. Diese Tatsache nahm Dr. Annett Hilbig, Diplom-Oecotrophologin am Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE), als Anlass, in ihrem Vortrag die Frage zu beantworten, ob eine vegetarische oder sogar vegane Ernährung für einen wachsenden Organismus geeignet ist. Nach einer kurzen Darstellung der verschiedenen Formen des Vegetarismus kam sie zu dem Fazit, dass eine ovo-lakto-vegetarische Ernährung (Verzicht auf Fleisch und Fisch) bei einer ausgewogenen Lebensmittelauswahl durchaus möglich ist. Als kritische Nährstoffe werden vor allem Eisen, Jod und Omega-3-Fettsäuren diskutiert.
Speiseplan richtig gestalten
Mit einer wohlüberlegten Gestaltung des Speiseplans kann das Risiko für einen Nährstoffmangel minimiert werden. Eine Kombination von pflanzlichen Eisenquellen wie Vollkorngetreide oder Hülsenfrüchten mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln wie Gemüse oder Obstsaft hilft beispielsweise die Eisenversorgung zu verbessern. Durch die Verwendung von jodiertem Speisesalz sowie konventioneller Milchprodukte wird ein Jodmangel verhindert. Zu einer Verbesserung der Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren trägt die Verwendung hochwertiger Pflanzenöle wie beispielsweise Rapsöl bei.
Vegane Ernährung nicht empfehlenswert
Ganz klar lässt sich allerdings sagen, dass eine vegane Ernährung für Kinder nicht empfehlenswert ist. Das Risiko für einen Nährstoffmangel (vor allem an Vitamin B12 und B2, Kalzium, Jod, Zink etc.) ist im Wachstumsalter hoch. Zur Sicherstellung einer angemessenen Versorgung ist es notwendig, angereicherte Lebensmittel und/oder Supplemente zu verwenden. Laut Dr. Hilbig sollte bei vegetarisch oder vegan ernährten Kindern generell das Wachstum, die Entwicklung sowie die Nähstoffversorgung regelmäßig vom Kinderarzt überprüft werden.
Vortrag Ines Eisenbarth

Ines Eisenbarth

Bewegte Kindheit 2015 – vom Windelflitzer zum Handy(be)sitzer?
Ines Eisenbarth, Diplom-Sportökonomin und Mitarbeiterin des Netzwerks inBewegung.org, begann ihren Vortrag mit einer sehr erfreulichen Nachricht aus der Bewegungsforschung: Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist sportlich aktiv und bewegt sich regelmäßig im Freien!

Dennoch nahm die Referentin bestimmte Punkte kritisch unter die Lupe:

  • Soziale Ungleichheiten haben sich in Deutschland eher verstetigt. Im Sport beginnen diese bereits im frühen Kindesalter. Erforderlich sind daher verstärkt niederschwellige Angebote im Kleinkindalter, um sozial benachteiligte Familien frühzeitig zu erreichen. Es gilt, den organisierten Sport mit stadtteilbezogenen und wohnortnahen Angeboten, wie Babyschwimmen, psychomotorische Frühförderung, offene Bewegungs- und Spielangebote zusammenzubringen und neue Angebote zu entwickeln.
  • Die zunehmende Institutionalisierung von Kindheit und Jugend durch den Ausbau von Krippen, Kitas und Ganztagsschulen und die damit verlängerten Aufenthalte in den Institutionen bergen die Gefahr einer wachsenden Inaktivität und zunehmenden Sitz-Zeit. Kitas, Träger, Kommunen, Schulen, und Sportvereine sollten es daher als gemeinsame Aufgabe betrachten, Bewegungs-, Spiel- und Sportaktivitäten in einen ausgewogenen, rhythmisierten Tagesablauf von Kindern und Jugendlichen zu integrieren.
  • Eltern und pädagogische Fachkräfte sollten einen bewegten Lebensstil für sich selbst und v.a. den bewegten Lebensstil (ihrer) Kinder von Anfang an mitgestalten, indem sie z.B. vielfältige Bewegungsanlässe im Alltag schaffen, die Mediennutzung begrenzen und selbst ihre Rolle als „bewegte“ Vorbilder wahrnehmen.
Foren
In den Foren am Nachmittag diskutierten die Teilnehmer beispielsweise die Vor- und Nachteile von Baby-led weaning und Snacking. Ein Überblick zu "Allergien und Unverträglichkeiten im Kindesalter" fehlte ebensowenig wie Ideen für alltagstaugliche Bewegungsspiele - ob Jonglage, Pantomime oder Laufspiele wie "Stinkender Schlappen" oder "Tolle Trolle" – ein Bewegungsspaß nicht nur für die Kleinen!