Studierende informieren sich vor Ort
Einblick in die regionale Legehennenhaltung

Zwei Hände halten jeweils ein unterschiedlich großes Ei

Studierende der Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth bekamen im Juli 2018 Einblick in die regionale Legehennenhaltung auf dem Betrieb der Familie Kolb in Kasendorf.

Mehr Transparenz für den Verbraucher: Betriebsleiter Hans-Peter Kolb, der die Eier seiner Legehennen unter dem Namen "Kasendorfer Frischeier" vermarktet, weiß, wie wichtig der direkte Kontakt zum Verbraucher ist. "Die Landwirtschaft muss sich öffnen, um den Verbrauchern die landwirtschaftliche Tierhaltung aus der Region näher zu bringen."
Aus diesem Grund hat er bei seinem Stallneubau 2017 auch einen Besucherraum mit eingeplant. Interessierte können hier durch große Glasfronten direkt in den Stall und den Außenbereich der Legehennen sehen. So auch die 14 Studierenden.
Positiv von Haltungssystem überrascht
Die Teilnehmerinnen waren allesamt von dem modernen und sauberen Betrieb beeindruckt: "Die Hühner machen einen gesunden und zufriedenen Eindruck, sie fühlen sich offensichtlich richtig wohl." Vor allem die Bodenhaltung überraschte positiv. Familie Kolb dürfte in ihrem konventionellen Betrieb, in dem je Stalleinheit 5.500 bis 8.500 Hühner gehalten werden, pro Quadratmeter Stallfläche neun Hühner halten. Freiwillig bietet der Betriebsleiter den Hühnern ca. 25 % mehr Platz und zusätzlich noch einen Außenklimabereich. Dieser ist mit Grüncobs eingestreut und bietet den Tieren nicht nur frische Luft, sondern auch Beschäftigung durch Luzerneheuballen und Picksteine zum natürlichen Kürzen der Schnäbel.
Schutz vor Greifvögeln
Die Freilandhennen, die im gleichen Stallgebäude untergebracht sind, haben zusätzlich noch einen Auslauf im Grünen. Mit vier Quadratmetern je Henne hat dieser eine beeindruckende Fläche von knapp sechs Hektar, was der Größe von acht WM-Fußballfeldern entspricht. Der Freilauf ist nicht nur mit Gras, sondern auch mit jungen Pappeln bewachsen, die vor Greifvögeln schützen.
Verbraucherwunsch und Verbraucherverhalten
Die Verbraucher schätzen die regionale Erzeugung. Als der neue Stall in Planung war, kam jedoch Protest aus der Bevölkerung. Eine Unterschriftenaktion sollte die regionale Eierproduktion verhindern. "Dieses Verhalten hat mich sehr verwundert, vor allem auch, weil wir am Betriebsbesuch weder eine Geruchs- noch eine Lärmbelästigung wahrnehmen konnten", sagt eine Studierende.
Auch wenn 5.500 bis 8.500 Tiere pro Stall immens erscheinen, würde dies, auf die Körpermasse umgerechnet, etwa 18 bis 28 Kühen entsprechen. Dies ist vielen Verbrauchern nicht bewusst. Dem Betriebsleiter ist es auch deshalb ein Anliegen, durch Betriebsführungen Verbrauchern die Möglichkeit einer objektiven Meinungsbildung zu geben. "Die vielen interessanten Einblicke in die artgerechte Legehennenhaltung waren auf jeden Fall einen Besuch wert", sind sich die Studierenden einig.