Grünes Zentrum Bayreuth proklamiert
Alle Ansprechpartner an einem Ort

Mehrere Ehrengäste unterhalten sich

Foto: W. Pförtsch

Am 2. Oktober 2016 wurde das Grüne Zentrum Bayreuth im Rahmen des Tages der offenen Tür und des Kreiserntedankfestes proklamiert. Die Gäste aus der Kommunal- und Landespolitik ließen sich von der teils feuchten Witterung nicht abhalten, an der feierlichen Proklamation teilzunehmen. Insgesamt kamen mehr als 4000 Besucher.

Um 11 Uhr eröffnete Dr. Ernst Heidrich, Behördenleiter des AELF Bayreuths, mit einer Ansprache die Feier. Der Amtschef Hubert Bittlmayer war zur Proklamation extra aus München angereist. Es sei ihm eine Freunde hier anwesend zu sein, so Bittlmayer. Der Amtschef hat eine persönliche Beziehung zum AELF, da er einen Teil seines Referendariats hier verbrachte und daher "beste Erinnerungen an Bayreuth" hat.
Zusammenarbeit funktioniert
Die Proklamation des Grünen Zentrums stand unter dem Motto "Zusammenkommen ist ein Beginn. Zusammenbleiben ein Fortschritt. Zusammenarbeit ist ein Erfolg" - einem Zitat von Henry Ford. Denn, wie mehrere Redner betonten, wird in der Regel ein Grünes Zentrum ausgerufen in der Hoffnung, dass die Zusammenarbeit funktioniert. In Bayreuth verhält es sich jedoch umgekehrt: das Zentrum besteht schon seit längerem unf die Zusammenarbeit funktioniert. Daher sei die Proklamation längst überfällig, wie Reinhard Sendelbeck, der Vorsitzende vom Maschinenring, feststellte.
Hubert Bittlmayer verdeutlichte in seiner Rede, warum ein Grünes Zentrum für die Region so wichtig ist: Die Landwirte haben alle Ansprechpartner und landwirtschaftlichen Organisationen an einem Ort. Der Vorteil liegt auf der Hand: kurze Wege, Zeitersparnis und Praxisnähe für die Landwirte, sowie Synergieeffekte zwischen den Organisationen.
Dialog mit den Verbrauchern
Ebenso wichtig ist jedoch auch der Dialog mit den Verbrauchern, um die Akzeptanz der landwirtschaftlichen Praktiken bei der Bevölkerung zu erhalten. Es sei wichtig, so Bittlmayer, dass die Verbraucher verstehen, was Landwirte tun, wie sie es tun und warum.
Als Beispiel führte der Amtschef den Umstieg von der Anbindehaltung auf die Laufstallhaltung an. Es sei nicht möglich die Anbindehaltung innerhalb von zwei Jahren komplett abzuschaffen. Den Landwirten muss die Möglichkeit gegeben sein ihre Betriebe so zu entwickeln, dass sie leistungsfähig und wettbewerbsfähig bleiben und die Umstellung zu einem passenden Zeitpunkt vonstattengeht. PKW-Fahrer werden schließlich auch nicht gezwungen, aus Gründen des Umweltschutzes, innerhalb von kürzester Zeit auf ein Elektrofahrzeug umzusteigen. Manche Dinge brauchen eben ihre Zeit und ein überstürzter Umstieg würde vor allem den kleinen Familienbetrieben schaden. Hubert Bittlmayer schloss mit den Worten: “Landwirtschaft hat Zukunft und darauf dürfen wir stolz sein und mutig nach vorne gehen!“
Auch abseits von bzw. nach dem Festakt war für Besucher eine Menge geboten. Jeder der Akteure des Grünen Zentrums war mit einem Stand und spannenden Themen und Informationen für Landwirte und Nicht-Landwirte vertreten. Auf dem Gelände der Landwirtschaftlichen Lehranstalten viel zu entdecken: von Direktvermarktern mit frischen, regionalen Produkten, über Melkroboter bis hin zum Bier-Schau-Brauen der Universität Bayreuth. Die große Landmaschinen-Ausstellung begeisterte und natürlich durften die Besucher auch einen Blick in die Ställe und die Gewächshäuser werfen.

Aktionen und Stände im Überblick

Tierischer Bereich

  • Moderne Milchkuhhaltung
  • Wettmelken
  • Geprüfte Qualität bayerischer Produkte
  • Fütterung

Pflanzlicher Bereich

  • Auswirkung der Klimaveränderung
  • Bayerisches Agrarwettermessnetz
  • Pflanzenbauliches Versuchswesen
  • Sprechstunde des Pflanzendoktors

Forstverwaltung

  • Naturschutz im Wald
  • Bedeutung von totem Holz
  • Begründung von Mischbeständen
  • Nachhaltige Holznutzung

Förderung

  • Agrarförderung/Agrarumweltmaßnahmen
  • Ökolandbau

Haushaltsleistungen

  • Genussvoll mitten im Leben
  • Teilzeitschule Hauswirtschaft

Ernährung

  • Sinnesparcours
  • Lebensmittel verantwortungsvoll genießen
  • Lebensmittelverschwendung

Aus- und Weiterbildung

  • Lebensmittel frei von Gluten, Laktose oder Ei
  • Vegan?
  • Moving! Rückengymnastik leicht gemacht
  • Trendy textile Techniken: Stricken, Häkeln, Sticken
  • Alte und moderne Apfelsorten
  • Unkräuter/Beikräuter/Wildkräuter
  • Die Bodenflüsterer: Bodensignale erkennen
  • Das Kreuz mit dem Kraut, Kreuzkrautinfos
  • Der Weg zum Meister: Das produzieren unsere Studierendenbetriebe für Sie

Grünes Zentrum

Logo und Schriftzug Grünes Zentrum Bayreuth
Das Landwirtschaftsministerium strebt an, die Dienstleistungsangebote für die Land- und Forstwirtschaft räumlich zu bündeln und richtet dazu "Grüne Zentren" ein. In Bayreuth ist diese gute Zusammenarbeit in der Adolf-Wächter-Straße seit Jahren gewachsen. Dort sind inzwischen 15 land- und forstwirtschaftliche Organisationen angesiedelt, 10 in den Gebäuden des Amtes und des Tierzuchtverbandes sowie 5 in der Nachbarschaft. Insgesamt sind zusammen 148 Personen am "Grünen Zentrum" beschäftigt.
Beteiligte am Grünen Zentrum Bayreuth

Adolf-Wächter-Str. 10

  • Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
    • Bereich Landwirtschaft
    • Bereich Forsten
    • Landwirtschaftsschule

Adolf-Wächter-Str. 12

  • Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten - Fachzentren:
    • Pflanzenbau
    • Versuchszentrum
    • Rinderzucht
    • Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung
  • Rinderzuchtverband
  • Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung (LKV)
  • Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung (LKP)
  • Tiergesundheitsdienst (TGD)
  • Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
  • Erzeugergemeinschaft und Züchtervereinigung für Zucht- und Hybridzuchtschweine (EGZH)

Adolf-Wächter-Str. 1a

  • Bayerischer Bauernverband
  • Maschinenring Bayreuth-Pegnitz
  • Landjugend, Bezirksverband Oberfranken

Adolf-Wächter-Str. 39

  • Landwirtschaftliche Lehranstalten

Adolf-Wächter-Str. 3

  • BSZ Bayreuth
  • Berufschule III Landwirtschaft

Eindrücke vom Tag der offenen Tür

Fotos: W. Pförtsch und L. Fenn